Jägerkompanie

Die Jägerkompanie ist die 3. Kompanie der Schützengilde Uelzen

Die 3. (Jäger-) Kompanie konstituierte sich im Jahre 1837. Die Gründer waren Anhänger der Befreiung von der französischen Fremdherrschaft. Vorbilder waren das Schillersche Freikorps und die Lützower Jäger. Das neue Korps rekrutierte sich aus den Mitgliedern der älteren Bürgerkompanie und der 1803 entstandenen Schützenkompanie. Wegen der zahlenmäßigen Stärke, das neue Jägerkorps machte die Hälfte aller Schützen aus, marschierte man unter der Führung von zwei Offizieren.

Das Jägerkorps, die heutige 3. Jägerkompanie, marschierte hinter der bereits 1734 geweihten Fahne, die vom uniformierten Teil der 1803 gegründeten Schützenkompanie, bei ihrem Wechsel zur Jägerkompanie 1837, mitgebracht worden war. Erst 1901 wurde diese Fahne durch die jetzige Kompaniefahne ersetzt. Die Überreste der alten Fahne von 1734, haben die heutige Zeit leider nicht erlebt. Sie ging (bis dahin unter Glas im Schützenhaus aufbewahrt) 1945 im Zuge der Kriegswirren, verloren.

Zwei Jahre nach der Gründung, wurde speziell das Jägerkorps besonders geehrt. König Ernst August passierte auf seinen Reisen zur Jagd in die Göhrde, häufig die Stadt Uelzen und übernachtete dann, im Hotel „Stadt Hamburg“. Zum Empfang war stets das Jägerkorps angetreten. Mit der Ehrenwache zeigten die Mitglieder dieser Kompanie, dass sie sich für die Sicherheit des Königs in Uelzen verantwortlich fühlten. Als Dank und Anerkennung überreichte König Ernst August einen kostbaren Silberpokal, der bei der alljährlichen Königsproklamation nach altem Brauch die Runde macht. 1848 gab es bei der magistratsseitigen Ernennung der Leutnante Widerspruch der Jägerkorps-Mitglieder.

Eine „Volksversammlung“ im Hotel „Drei Linden“ forderte, dass sich die Bürger ihre Offiziere selbst wählten. In dieser autoritären Zeit so etwas, für das mit reichlicher Machtfülle ausgestattete Amt des Kompanieführers zu fordern, war schon recht aufmüpfig. Das Mitspracherecht des Magistrats bei der Besetzung der leitenden Positionen in der Uelzener Gilde, fiel dann auch erst 1873. 1862 feierte das Jägerkorps mit einem Festessen das 25jährige Jubiläum. Der aus diesem Korps hervorgegangene Stadthauptmann Georg Hein nahm die Glückwünsche des damaligen Bürgermeisters Dr. Friedrich Wilhelm Hoefft entgegen. 1901 erfolgte die Weihe der jetzigen Kompaniefahne.

Über die Jahre davor und danach ist wenig über die Kompanie zu berichten, da erst im Frühjahr 1924 beschlossen wurde, ein Protokoll zu führen. Auch dieses Protokoll, sowie andere Aufzeichnungen, gingen 1945 im Schützenhaus verloren. Nach dem 1.Weltkrieg nahm die Jägerkompanie mit rund 50 Mitgliedern das Schießen wieder auf. 1922 stiftete Frau Amalie Duncker, die Ehefrau der Leutnants Wilhelm Duncker, ein Diadem, welches seither die Frau des jeweiligen Schützenkönigs zu offiziellen Anlässen trägt. Die Jahre vor und nach dem 2.Weltkrieg stand die 3.(Jäger-)Kompanie unter der dynamischen Führung ihres Leutnants Hermann Hallensleben (1931-1957). Ihm ist die Gründung des Jagdhornbläserkorps im Jahre 1953 zu verdanken, dass sich seither zu einer tragenden Säule der Kompanie entwickelt hat. Aber es ist nicht nur eine Säule der Kompanie sondern auch ein hervorragender Klangkörper, der die Gilde bei ihren Veranstaltungen musikalisch begleitet.

Nach dem Tod von Hermann Hallensleben trat Jürgen Bode 1957 das Amt des Leutnants an und führte die Kompanie bis zu seiner Wahl zum Stadthauptmann 1960.

Von diesem Zeitpunkt an, leitete Peter Cordes mit viel persönlichem Einsatz und Geschick die 3.Kompanie.

1983 gab er aus gesundheitlichen Gründen das Amt an der Spitze der Kompanie ab. Da sich kurzfristig kein geeigneter Nachfolger fand, wurde Oberrottmeister Hermann Richert mit der Führung der Kompanie beauftragt. 1985 wurde Ulrich Heise nun neuer Leutnant. Zwei Jahre später feierte die Jägerkompanie das 150. Bestehen. Zu dieser Jubiläumsfeier schrieb Oberjäger Karl Dornbusch eine hervorragende Festschrift. Auch die Chronik der Kompanie war sein Verdienst. Aus persönlichen Gründen trat Ulrich Heise, Ende 1989 von seinem Amt zurück. Eigentlich sollte Hans-Joachim Grimm sein Nachfolger werden. Aber die Satzung ließ dieses nicht zu. Er war noch keine 3 Jahre Mitglied der Gilde Uelzen. Somit führte Rottmeister Carsten Lappe kommissarisch die Kompanie zum Grenzbeziehen 1990.

Im Jahre darauf, 1991 wurde Hans-Joachim Grimm dann zum Leutnant gewählt.

Während seiner Amtszeit hat die Kompanie drei Könige in Folge verzeichnen können, dass ist immer noch ein ganz besonderes Ereignis. 8 Jahre führte Leutnant Grimm seine Kompanie mit sehr viel Freude. Nach seinem Rücktritt wurde Hans-Joachim Neumann Leutnant und Kompanieführer. Leutnant Neumann führte diese Kompanie mit sehr viel Hingabe, aber gesundheitliche Gründe haben ihn gezwungen sein Amt nach zweieinhalb Jahren niederzulegen. Seit 2001 hatte die Gildeführung den Ehrenleutnant Grimm wieder kommissarisch mit der Führung der Kompanie beauftragt. Im Jahr 2003 kam ein weiterer Jägerkamerad zu hohen Ehren. Rottmeister Peter Kunze wurde als dienstältester Rottmeister der Gilde zum Oberrottmeister ernannt. Dieses ist ein einmaliger Dienstgrad in der Gilde und der Posten war in den vorherigen Jahren vakant. Nach seiner Genesung meldete sich Leutnant Neumann zurück, wurde aber nicht mehr Kompanieführer sondern organisierte als Leutnant z.b.V. den Bürgerschützentag 2005 mit.

In diesem Jahr legte Hans-Joachim Grimm, zwischenzeitlich zum Vizepräsident des Kreisschützenverbandes gewählt, sein Amt als Kompanieführer nieder. Kommissarisch übernahm Rottmeister Christian Wulf die Kompanie bevor er 2006 zum Leutnant befördert wurde. Aber auch seine Führung der Kompanie war von kurzer Dauer. Bereits 2008 wurde er Nachfolger von Heinz-Joachim Höfer im Amt des Stadthauptmanns. Die erneute Vakanz des Kompanieführers wurde von Rottmeister Gerd Witt besetzt, der im Jahre 2009 zum Leutnant befördert wurde. Zusammen mit seinen Rottmeistern Josip Karamatic, Claus Hübner, Karsten Lerch und Thomas Bistauer führt er die Kompanie bis heute.