Bürgerkompanie

Die 1. Kompanie ist die Traditionskompanie der Gilde

Als der Uelzener Magistrat im Jahre 1500 die Wallordnung der Stadt zum Schutze ihrer Grenzen erließ, waren es die Schützen, als Nachfolgeorganisation der Bürgerwehr, die mit diesem Auftrag betraut wurden. Das sie diese Aufgabe auch Ernst nahmen belegen Dokumente aus denen hervorgeht, dass das erste nachweisbare Grenzbeziehen im Jahre 1547 stattfand. Damals war die Gilde noch nicht in Kompanien sondern in Rotten unterteilt. Weil die 2. Kompanie erst 1803 und die 3. Kompanie 1837 gegründet wurden, kann man die damalige Gilde als Urzelle der Bürgerkompanie betrachten. Bürger aller Stände waren hier vereinigt und führten die bürgerliche Tradition im Schützenwesen fort. Da die Schützengilde während der Zeit bis zur Gründung der anderen Kompanien von einem Stadtcapitain geführt wurde und mit der Zeit einige Namen in Vergessenheit gerieten, tritt als erster Kompanieführer Ferdinand Hoppe 1848 in Erscheinung.

Während die anderen Kompanien sich nach ihrer Gründung sogleich uniformierten, trugen die Bürgerschützen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ihren schwarzen Gehrock und Zylinder. Bei besonderen Anlässen wird er auch heute noch getragen. Als auch bei den „Schwarzen“ der Uniformrock des Deutschen Schützenbundes eingeführt wurde blieben sie ihren Farben treu und tragen noch heute eine schwarze Fliege und schwarze Schulterstücke. Die erste Kompaniefahne stiftete 1733, also noch vor Gründung der anderen Kompanien, der Senator Johann Christian Stechau. Diese Fahne, die 1908 restauriert wurde, wurde leider am Ende des 2. Weltkrieges im städtischen Museum ein Opfer der Flammen.

Da bereits 1924 eine neue Fahne von dem damaligen Kompanieführer Hans Meyer gestiftet wurde, blieb zumindest eine Fahne der Kompanie erhalten. Nach einer aufwendigen Restauration im Jahr 1986 ist sie heute noch das Symbol für die Zusammengehörigkeit der Bürgerschützen. Leutnant Hans Meyer gab auch das heute noch gültige Losungswort aus: Treue um Treue. Dieses Losungswort ist heute auf der „Bierfahne“ der Kompanie zu lesen. Bis 1957 führte er die Kompanie bevor ihm für kurze Zeit Walter Wulf folgte. Oberrottmeister Heinrich Niebuhr übernahm kommissarisch 1958 die Kompanie bevor 1960 Christian Sagehorn zum Leutnant und Kompanieführer gewählt wurde.

Unter seiner Führung ist auch 1961 das „Bürgerschützenlied“ entstanden. 1973 folgte ihm Leutnant Helmut Baruschke nach, der wie seine Vorgänger die Kompanie mit großem Geschick bis 1986 führte. Als er aus Gesundheitsgründen sein Amt niederlegte wurde mit Hans Sagehorn ein neuer Kompanieführer gefunden. Dieser Offizier, für seine Leistungen zum Ehrenmitglied der Kompanie ernannt, legte mit 68 Jahren seine Ämter nieder um einem Jüngeren Platz zu machen. Dieses war dieser dann auch im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit Siegfried Borchmann wurde 1996 der jüngste Leutnant zum Kompanieführer gewählt. Bereits nach 8 Dienstjahren legte er aus persönlichen Gründen sein Amt nieder und trat später nach seinem Wegzug aus Uelzen auch aus der Gilde aus. Damit ging die Verantwortung der Führung der Kompanie auf den dienstältesten Rottmeister Jörg Schlachter über.

Er wurde vom Stadthauptmann Heinz-Joachim Höfer mit der Führung beauftragt und führte die Kompanie in das Traditionsschützentreffen im Jahr 2005. Da er seine Funktion bis zum Ablauf des Jahres begrenzt hatte, tat sich die Kompanie etwas schwer einen Nachfolger zu finden. Im Dezember 2005 schlugen die Bürgerschützen Rottmeister Erwin Reitenbach zur Wahl zum Leutnant und Kompanieführer vor und dieser übernahm mit Beginn 2006 die Führung der Kompanie. Seit seiner Wahl zum Leutnant im Mai 2006 führt er auch die Insignien seines Amtes. Nach 8 Jahren im Amt reichte er seinen Rücktritt ein. Für ihn standen seine Bürgerschützen immer im Vordergrund, aber Ränkeschmiede und Unzulänglichkeiten in der Gildeführung bewegten ihn zu diesem Schritt. Nachdem Oberrottmeister Wilhelm Behn, entgegen dem Willen von Stadthauptmann Christian Wulf, die Führung der Kompanie übernommen hatte, kam es zu Querelen zwischen der Kompanie- und der Gildeführung. Dieses führte dazu, dass die Rottmeister Gerd Fey und Dirk Baucke ihre Ämter niederlegten.

Nun waren die Posten des Kompanieführers und zweier Rottmeister vakant. Mit Rottmeister Axel Timm wurde ein neuer Kompanieführer gefunden und er wurde 2014 zum Leutnant gewählt. Inzwischen war auch Stadthauptmann Christian Wulf zurückgetreten und so kam es, dass Axel Timm und Erwin Reitenbach zum zweiten Mal, nachdem sie beide 2000 zu Rottmeistern gewählt und ernannt wurden, wieder zusammen eine Feier zur Gildewahl ausrichteten, da Erwin Reitenbach zum Stadthauptmann gewählt wurde. Nun waren aber drei Rottmeisterstellen zu besetzen. Diese Lücken wurden 2015 geschlossen, als Heinz Pengel, Helmut Krahn und Martin Schneider vom Stadthauptmann zu Rottmeistern ernannt wurden. Zusammen mit seinen neugewählten aktiven Rottmeistern, dem Rottmeister Volker Eidinger und Oberrottmeister Wilhelm Behn sowie seinem Sekretär Henry Lucchesi führt Axel Timm nun seine Kompanie. Mit dem Schießoffizier Leutnant Uwe Wilhelm und dem Stadthauptmann Erwin Reitenbach sind weitere Bürgerschützen im Vorstand der Gilde vertreten.